Kompostierbar, Recyclingfähig und Co

Die wichtigsten Begriffe rund um nachhaltige Verpackungen

  • Nachhaltige Verpackungen werden immer gefragter, unterschiedliche Bezeichnungen der Produkte können bei Verbrauchern aber für Verwirrung sorgen.
  • Biologisch abbaubare, kompostierbare, recycelbare und biobasierte Produkte tragen auf unterschiedliche Weise zu mehr Nachhaltigkeit in der Verpackungsbranche bei.
  • Ökologische Ansprüche und der Schutz der verpackten Produkte bedeuten eine schwierige Gratwanderung bei der Entwicklung kompostierbarer Verpackungen.


Die Themen Naturschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden in allen Lebensbereichen immer wichtiger. In der Verpackungsindustrie sind wir uns der damit verbundenen Verantwortung selbstverständlich bewusst. Nachhaltige und recycelbare Materialien sind deshalb in unserer Branche ein wichtiger Faktor.


Das sind sie unter anderem deshalb, weil Verpackungen auch in Privathaushalten einen großen Anteil des Abfalls ausmachen. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) waren es im Jahr 2018 durchschnittlich 68 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf, bei einem Gesamt-Hausmüllaufkommen von 157 Kilogramm pro Einwohner.

Trotz der hohen Verwertungsquoten (75 Prozent durch Recycling laut Destatis) wächst im industriellen Bereich das Interesse an Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen als Grundlage von Verpackungen. Dazu gehören etwa kompostierbare Materialien aus Naturstoffen oder Bioplastik.

 

Sogenannte „Biokunststoffe“ stellen aber gerade für Verbraucher eine Schwierigkeit dar, denn die verschiedenen Begriffe werden häufig synonym verwendet. Biologisch abbaubar, kompostierbar, biobasiert, recyclingfähig meinen aber eben nicht dasselbe, sondern bedeuten sehr unterschiedliche Möglichkeiten beim schonenden Umgang mit Ressourcen.

Deshalb erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um nachhaltige Verpackungen und zeigen, wo die Unterschiede liegen.
 

Kompostierbar – was bedeutet das eigentlich?

Vor allem Gartenbesitzern dürfte der Begriff „kompostierbar“ geläufig sein. Denn Gartenkompost ist unglaublich praktisch. Von Ästen über Rasenschnitt bis zu Küchenabfällen lassen sich beinahe alle biologisch abbaubaren Materialien unter den richtigen Bedingungen und mit ausreichend Zeit zum hausgemachten Dünger verarbeiten.

So ist auch der Begriff „kompostierbar“ definiert. Der große Vorteil liegt darin, Abfälle vermeiden zu können, indem diese wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden. Aus diesem Grund ist das Konzept auch für Verpackungshersteller interessant. Anstatt Verpackungsmüll zu verursachen, der sich nicht wiederverwerten lässt, erlauben kompostierbare Materialien eine umweltschonende Alternative. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn beim Thema Kompost gibt es Grenzen.

Das gilt für organische Materialien genauso wie für Verpackungen, die als „kompostierbar“ deklariert werden. Während sich etwa Etiketten und Faltschachteln aus Papier problemlos zersetzen, ist das für flexible Verpackungen, Becher, Blister und andere Behälter nicht zwingend auch so.

Sie gehören nicht auf den Gartenkompost, sondern im Zweifelsfall in den Gelben Sack. Unter keinen Umständen sollten Bio-Kunststoffe in der Natur entsorgt werden. Denn selbst, wenn Verpackungsmaterialien kompostierbar sind, fehlen in der freien Natur die kontrollierten Bedingungen (siehe Infobox „Zertifikate für kompostierbare Materialien“), um die notwendigen Zersetzungsprozesse in Gang zu setzen.

Nach der Deutschen Industrienorm DIN gibt es zwei verschiedene Zertifikate für kompostierbare Materialien:

Kompostierbar in einer industriellen Kompostanlage bedeutet eine Zersetzung über zwölf Wochen bei rund 60 Grad. Die Reste müssen zu 90 Prozent durch ein Zwei-Millimeter-Sieb passen.

Das Kompostieren auf dem Gartenkompost benötigt für die Zersetzung rund 30 Grad über den Zeitraum von einem Jahr.

Quelle: EN 13432 Certified Bioplastics. Performance in Industrial Composting, European Bioplastics e.V.

Recycelbar, kompostierbar, biologisch abbaubar – die großn Unterschiede

Auch wenn kompostierbare Materialien weiterhin im Wertstoffzyklus bleiben, sind sie deswegen nicht recycelbar. Biobasierte Stoffe müssen nicht zwangsläufig biologisch abbaubar sein. Für ein besseres Verständnis müssen die Begriffe voneinander abgegrenzt werden.
 

  • Biologisch abbaubar: Die Definition für diese Produktbezeichnung stammt ebenfalls vom Deutschen Institut für Normierung. Wenn Mikroorganismen wie Bakterien in der Lage sind, einen Stoff zu zersetzen, gilt er als biologisch abbaubar. Entscheidend hierfür sind nicht die Rohstoffe, sondern die chemische Struktur des betreffenden Kunststoffs.

    Das gilt etwa für Bioabfallbeutel, aber auch für Verpackungsfolien aus PLA oder anderen biologisch abbaubaren Materialien, mit denen unter anderem frische Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse verpackt werden.

  • Biobasiert: Biobasierte Kunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und benötigen kein Erdöl. Das macht sie allerdings nicht zwingend biologisch abbaubar. Je nach verwendeten Verbundstoffen trifft diese Eigenschaft nicht zu. So zum Beispiel bei biobasierten PET-Flaschen, die sich auf biologischem Wege nicht zersetzen lassen.
Ob ein Produkt biologisch abbaubar oder kompostierbar ist, hängt vom Zeitraum ab, in dem es zersetzt wird. Kompostierbare Materialien werden in maximal sechs Monaten abgebaut. Bei biologisch abbaubaren Materialien hingegen kann dieser Prozess auch viele Jahre dauern.

Was unter „recycelbar“ zu verstehen ist, haben die Recyclingverbände Plastics Recycling Europe und die amerikanische Association of Plastic Recyclers erst vor wenigen Jahren allgemeingültig geklärt:
 

  • Der verwendete Kunststoff muss zum Recycling gesammelt werden, einen Marktwert besitzen und im Rahmen eines gesetzlich vorgeschriebenen Programms unterstützt werden.
  • Die Nutzung für Recyclingprozesse sieht vor, dass ein Produkt zuvor fest definierte Sortier- und Aggregationsströme durchlaufen muss. Hierbei werden verschiedene Materialien voneinander getrennt und jeweils zusammengetragen.
  • Der Kunststoff muss im Rahmen kommerzieller Recyclingverfahren verarbeitbar sein und sich wiedergewinnen lassen.
  • Am Ende des Recyclingprozesses muss ein Rohstoff entstehen, aus dem wiederum neue Produkte hergestellt werden können.
  • Was alle diese Begriffe am Ende miteinander verbindet, ist das Bemühen um einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen. Hierbei tragen wir als Mitglied der Verpackungsindustrie ebenfalls eine ökologische Verantwortung und haben diese zu einem festen Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie gemacht.
   
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Wir achten bereits bei der Herstellung auf innovative und ressourcenschonende Methoden und Materialien. Dazu ist die Recyclingfähigkeit unserer Papier- und Papp-Produkte ein zentraler Aspekt, genauso wie bei den verschiedenen Tuben und Etiketten aus Kunststoff.

Um zukünftig einen noch größeren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten zu können, forschen wir selbst an verschiedenen Lösungen für Primär- und Sekundärverpackungen. Die Bedeutung von innovativen und nachhaltigen Entsorgungsmöglichkeiten ist uns vollkommen bewusst. Unser langfristiges Ziel ist es deshalb, auch kompostierbaren Verpackungen mehr Raum in unseren Herstellungsprozessen zu verschaffen.

Das ist umso wichtiger, weil zusätzliche Faktoren die Kompostierbarkeit oder das mögliche Recycling beeinflussen können. Druckfarben, eine Folienkaschierung oder Heißfolienveredelungen gehören beispielsweise zu den Variablen, die wir als Hersteller bei der Entwicklung ökologischer Verpackungskonzepte berücksichtigen müssen.
 

Marktpotenzial Nachhaltigkeit: Mit kompostierbaren Materialien auf dem Siegeszug

Dass kompostierbare Verpackungen auf dem Vormarsch sind und einen gewaltigen Wachstumsmarkt darstellen, bringt in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine ganze Reihe positiver Effekte mit sich:
 

  • Der Anteil an Plastikverpackungen kann damit erheblich reduziert werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auch die Berge von Plastikmüll, die sich zu einem schwerwiegenden Umweltproblem entwickelt haben, verkleinert werden können.
  • Biobasierte, biologisch abbaubare Kunststoffe verfügen über eine deutlich bessere CO2-Bilanz im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffen. Denn für ihre Herstellung wird kein Erdöl benötigt.


Abgesehen davon ist Nachhaltigkeit ein wirtschaftlicher Faktor. Bei Kaufentscheidungen spielt sie für eine wachsende Anzahl an Menschen eine zentrale Rolle, und zwar nicht nur bei Lebensmitteln.

Für die Verpackungsindustrie ist das sich verändernde Kaufverhalten gleichermaßen Antriebsfaktor wie Herausforderung. Wer künftig mit seinen Produkten die Bedürfnisse der Kunden befriedigen will, muss sich auf die gewandelten Voraussetzungen einstellen.

 

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Da das Marktvolumen der Verpackungsbranche weiterhin wächst, bleibt das Thema Abfall und dessen Entsorgung ein immer-aktuelles Thema. Dabei sind auch wir als Unternehmen gefragt, um innovative und attraktive Lösungen zu finden.

Gerade im Bereich Lebensmittelverpackungen müssen dazu Gratwanderungen vollführt werden: Einerseits muss der Lebensmittelschutz zu jeder Zeit gewährleistet sein. Andererseits sollte dabei möglichst wenig Verpackungsmüll entstehen.

Eine ökologisch sinnvolle Lösung muss deshalb auch berücksichtigen, dass am Ende nicht die Lebensmittel selbst im Müll landen. In vielen Fällen stellt sich daher die Frage, ob kompostierbare oder herkömmliche Verpackungen besser geeignet sind. Daneben gilt es, Alternativen zu kompostierbaren Verpackungen zu schaffen, die vorwiegend aus den USA oder China kommen. Alleine die weiten Transportwege sorgen dafür, dass der ökologische Vorteil eines kompostierbaren Produkts schlussendlich wieder verpufft.

Daher ist es unser Anliegen, dem Kundenwunsch nach mehr Nachhaltigkeit so umfassend wie möglich nachzukommen und ökologische Produkte von gewohnt hoher Qualität und Attraktivität bieten zu können.

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