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Das Corona Jahr 2021, Labelprint24.com und die Folgen der Pandemie für die Druckindustrie

  • nach zwei Jahren Pandemie bestimmt Corona weiterhin den Alltag der Gesellschaft und der Wirtschaft - auch die Druckindustrie kämpft mit den Folgen der Krise
  • trotz vieler Einschränkungen blickt Labelprint24.com positiv in die Zukunft - das zweistellige Wachstum im Jahr 2021 soll fortgesetzt werden
  • vor allem im Bereich des Werbedrucks überstanden viele Unternehmen der Druck und Medienbranche die Pandemie nur mit großen Einbußen und staatlicher Hilfen
  • die Heidelberger Druckmaschinen AG blickt dank eines Sparkurs und neuer Geschäftsmodelle optimistisch ins Jahr 2022
  • Rohstoffmangel und gestiegene Energie- und Logistikpreise sorgen für weiterhin für Verunsicherung in der Branche
  • Digitalisierung und Nachhaltig sind die Themen der Zukunft - auch für die Druck- und Medienindustrie

1. Die aktuelle Situation

Zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie ist zum Beginn des Jahres 2022 noch keine Entspannung der Lage in Sicht. Auch wenn die WHO vorsichtig von einer möglichen Besserung der Situation im Jahr 2022 spricht, ist der weitere Verlauf der Pandemie mehr als ungewiss. Neue Mutationen des Virus, wie die aktuelle Omikron Variante, und eine niedrige Impfquote haben die Infektionszahlen in Deutschland im letzten Quartal des Jahres 2021 und zu Beginn des neuen Jahres 2022 extrem steigen lassen - mit erneuten drastischen Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft.

https://de.statista.com/infografik/21143/anzahl-der-taeglichen-bestaetigten-neuinfektionen-mit-covid-19-in-deutschland/

Infografik: Erstmals mehr als 200.000 Neuinfektionen | Statista

Seit dem Auftreten der ersten Coronafälle in China Ende 2019 und der Einstufung als weltweite Pandemie durch die WHO am 11. März 2020, gab es bisher 437 Millionen registrierte Infektionen und über 5,96 Millionen Todesopfer. Trotz großer medizinischer Fortschritte und der Entwicklung verschiedener Impfstoffe ist ein Ende der Pandemie, bzw. die Wandlung zu einer von Virologen für möglich gehaltenen Endemie, noch nicht absehbar.
 
  • allein in Deutschland gab es 14,9 Millionen Infektionen und 123.000 Tote (RKI 01.03.2022)
  • mittlerweile sind 62,7 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft, was einer Impfquote von 75,3 Prozent entspricht

Die WHO ist vorsichtig optimistisch - bei einer weltweiten Impfquote von 70 Prozent bis Mitte 2022 könnten die schwere Verläufe langsam auslaufen. Des Weiteren rechnet die WHO mit weiteren Fortschritten bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid 19. Die neue Omikron-Variante verbreitet sich zwar schneller als die Delta-Mutation, führt laut WHO aber trotz einer höheren Infektionsrate zu weniger Fällen mit schweren Verläufen.

In Industrie und Handel betrifft die Sorge in Bezug auf Omikron vor allem den internationalen Warenaustausch, wenn sich die Situation weiter verschärfen sollte. Die Logistikunternehmen gehen allgemein von keinen versorgungsrelevanten Ausfällen aus und auch die Energiewirtschaft sieht kein Versorgungsrisiko durch die Omikron-Variante - mittlerweile gebe es einen routinierten Umgang mit dem Pandemiegeschehen.

2. Corona und die Druckindustrie

Von einer Corona-Routine können die Druckereien und Verpackungsmittelhersteller in Deutschland momentan nicht sprechen, denn die Pandemie hatte teils drastische Auswirkungen auf die Produktion und führte zu zahlreichen Insolvenzen. So sorgen vor allem die schlechte Verfügbarkeit von Rohstoffen und die gestiegenen Preise bei Energie und Logistik für Probleme.

2.1 Labelprint24.com - der Digitaldruck und die Pandemie


Auch für die Online-Druckerei Labelprint24.com waren die ersten Woche der Pandemie im März 2020 von einer großen Unsicherheit geprägt. Verschiedene Konzepte wurden eruiert, um herauszufinden, wie sich das Unternehmen in dieser Krise aufstellen muss, damit die Produktion weiterlaufen kann.

Dank eines ausgefeilten Hygienekonzepts und eines kontaktlos geregelten Schichtbetriebs, konnten die Aufträge nach wie vor bearbeitet und produziert werden. Und der große Bedarf an Verpackungen durch den pandemiebedingten Aufschwung im E-Commerce war bald in der Produktionsstätte im sächsischen Zeithain zu spüren. Auch der sich langsam abzeichnende Rohstoffmangel blieb Geschäftsführer Stefan Harder nicht verborgen und er sorgte so gut es ging vor.

Trotz allem gibt es seit Mitte 2021 auch bei Labelprint24.com Engpässe bei der Verfügbarkeit bestimmter Materialien. So war es zum Teil unmöglich, eine Lieferung an Naturkarton zu bekommen, weil die Liefertermine immer wieder verschoben wurden. So ist die Beschaffung und Sicherung von Rohstoffen momentan auch für Labelprint24.com eine der größten Herausforderungen.

Aufgrund der Situation auf dem Rohstoffmarkt hatte das Unternehmen z.B. keine andere Wahl, als im November 2021 die Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben. Trotzdem kann Geschäftsführer Stefan Harder ein positives Fazit für seine Firma ziehen:

“Das Jahr 2021 ist für uns sehr gut gelaufen - unser Wachstum liegt in einem guten zweistelligen Bereich und der Ausblick auf 2022 ist auch vielversprechend: Wir wollen weiter wachsen - nicht nur bei der Anzahl der Aufträge. Wir werden bis Ende 2022 unsere Produktionsfläche um ca. 10.000 m² erweitern, unsere Produktpalette ausbauen und mehr Mitarbeiter einstellen. Und durch den Zusammenschluss mit All4Labels haben wir seit Ende 2021 einen starken Partner an unserer Seite, mit dem wir unsere Ziele hinsichtlich Wachstum und Investitionen auch erfüllen können.”

2.2 Kurzarbeit, Insolvenz, Chance - Die Druckbranche nach zwei Jahren Corona


In anderen Bereichen der Druckindustrie hat die Corona Pandemie in den letzten zwei Jahren deutlicher ihre Spuren hinterlassen - durch die starke Vernetzung mit anderen Branchen und der damit einhergehenden Abhängigkeit von den unterschiedlichstenen Wirtschaftszweigen, gab es drei wesentliche Entwicklungen:
 
  • durch fehlende Aufträge kam es zu massiven Umsatzeinbrüchen im Bereich Marketing, Veranstaltungen, Werbung und Tourismus
  • die gestiegene Nachfrage im Online-Handel führte zu einem Mehrbedarf bei Sekundärverpackungen, Faltschachteln und Wellpappen
  • die fehlende Anpassung an die neue Marktlage und wirtschaftliche Unsicherheiten wurden durch Corona verschärft und konnten bis zur Insolvenz führen

Eine Umfrage des Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm) im April 2021 bestätigte diese Entwicklung. Nur 14 Prozent der Unternehmen meldeten im Jahr 2020 konstante oder gestiegene Umsätze, die Hälfte der 400 befragten Betriebe hingegen hatten Umsatzeinbrüche von mehr als 20 Prozent zu verzeichnen - vor allem der Werbedruck war stark von einem Umsatzrückgang betroffen. Im Etiketten- und Verpackungsdruck hingegen war die Lage weniger gravierend, sodass 25 Prozent der Unternehmen sogar Umsatzzuwächse verzeichnen konnten.

Aufgrund des Mangels an Aufträgen, einer unbeständigen Produktionsauslastung und wegen steigender Lieferantenpreise, rechneten 50 Prozent der Unternehmen mit sinkenden Gewinnen im Jahr 2021 - prophetische 80 Prozent erwarteten auch eine Preissteigerung bei den Druckpapieren.

Überleben konnten viele Betriebe 2020 nur aufgrund des Kurzarbeitergeldes, das von 80 Prozent der Firmen in Anspruch genommen wurde. Trotzdem blieb die Entwicklung nicht ohne Folgen - neben der Streichung oder Verschiebung von Investitionen, rechneten für das Jahr 2021 fast zwei Drittel der Betriebe mit einem Stellenabbau.

Die Zahl der Insolvenzen blieb 2020 mit 84 erstaunlicherweise unter dem Vorjahresniveau von 91 - prognostiziert waren 118 Betriebsschließungen gewesen. Für 2021 rechnet Apenberg & Partner mit 104 Insolvenzen, die jedoch noch nicht verifiziert werden konnten.

Das Jahr 2021 wurde von der Branche wieder positiver wahrgenommen - in der Herbstprognose von Apenberg & Partner gehen 83 Prozent der 118 befragten Unternehmen von steigenden Ergebnissen aus und zwei Drittel der Unternehmen der Verlagsbranche rechnen sogar mit einem höheren Personalbedarf.

Trotzdem sind die Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten noch nicht überstanden. Auch wenn die Druckindustrie in der Summe nicht so hart getroffen wurde wie befürchtet, sind die aktuellen Preisentwicklungen bei Rohstoffen, Energie- und Logistik besorgniserregend. Immerhin rechnen 97 Prozent der Befragten mit steigenden Lieferantenpreisen und 72 Prozent gehen von einer Erhöhung der Abnehmerpreise im Jahr 2022 aus.

Für die Zukunft ist Flexibilität gefragt - denn der Fokus auf die neuen Bedürfnisse der Kunden kann für Betriebe auf lange Frist gesehen auch neue Chancen bieten.

2.3 Wege aus der Krise - die Heidelberger Druckmaschinen AG


Trotz der Rolle als Weltmarktführer bei der Herstellung von BogenoffsetDruckmaschinen war die Heidelberger Druckmaschinen AG schon vor der Corona Pandemie gezwungen, Teile der Belegschaft in Kurzarbeit zu schicken. Den negativen Höhepunkt erlebte diese Entwicklung 2020, als zeitweise weniger als zehn Prozent der Belegschaft anwesend und das Stammwerk in Wiesloch in einer Art Notbetrieb war.

Durch die Erholung der Märkte 2021, neuen Geschäftsmodellen, einem verbesserten operativen Ergebnis und einer steigenden Nachfrage im Kerngeschäft, konnte die Heidelberger Druckmaschinen AG die Kurzarbeit für die 4300 Mitarbeiter Ende Dezember 2021 beenden.

Möglich gemacht hat das ein strikter Sparkurs - der Start des Sanierungsprogramms im März 2020 bedeutete allerdings auch die Streichung von 2000 Arbeitsstellen. Die Neuorientierung erfolgte durch eine Konzentration auf das profitable Kerngeschäft mit den Bogenoffsetmaschinen und die Trennung von Flächen und Randaktivitäten. In Kombination mit digitalen Geschäftsmodellen und Angeboten abseits des traditionellen Geschäfts, wie etwa Wallboxen zum Laden von E-Autos, blickt das Unternehmen optimistisch in die Zukunft.

Ein “Gamechanger” könnte für das Unternehmen die Partnerschaft mit der Munich-Re als Investor beim Subskriptionsgeschäft werden - eine Art Abo-Modell, bei dem der Kunde die Maschine nicht kauft, sondern nur das Druckvolumen bezahlt.

Als Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen wurde im Dezember auch das firmeneigene Impfzentrum wieder aktiviert, wo schon im Juni/Juli 2021 ca. 2.000 Beschäftigte ihre Coronaschutzimpfung erhalten hatten. Insgesamt sind 85 Prozent der Belegschaft geimpft oder genesen. Die Umsetzung der 3G Regeln ist für den Betrieb also kein Problem, auch wenn durch die Pandemie und die zur Verfügung gestellten Tests, Schutzmasken und Desinfektionsmittel Zusatzkosten im mittleren sechsstelligen Bereich entstanden sind.

Trotz der weltweiten Rohstoffknappheit, Logistikproblemen und einer coronabedingten volatilen Teileversorgung blickt das Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Durch langjährige Beziehungen zu den Lieferanten und einer hohen Fertigungstiefe, können der Materialmangel und die Probleme in den Lieferketten zur Zeit noch ausgeglichen werden. Einzig die Auslieferung der fertigen Druckmaschinen kann sich aufgrund fehlender Container verzögern.

3. Corona als Katalysator



https://de.statista.com/infografik/26839/globale-containerfrachtrate-nach-dem-freightos-baltic-index/

Infografik: Kostspielige Container | Statista


 Der Mangel an Containern ist ein Hinweis auf ein immer größer werdendes Problem im Zusammenhang mit der Corona Pandemie - die steigenden Frachtkosten, der Mangel an Rohstoffen und die hohen Energiepreise. Auf der Route Shanghai-Rotterdam kostete ein 40-ft-Container im Januar 2020 2.000 USD, im Januar 2021 waren es 8.800 USD und im November 2021 13.475 USD - hervorgerufen durch die Blockade des Suezkanals und bedingt durch Corona Ausbrüche in zahlreichen Häfen der Welt. Eine Entwicklung, die auch für die Druckbranche zu einer großen Herausforderung geworden ist.

3.1 Rohstoffe, Energie und Logistik - die teuren Folgen der Pandemie


Denn der Import von Zellstoff für die Papierproduktion aus Südamerika und Asien ist durch die Probleme in der Logistik nur eingeschränkt möglich, was im September 2021 zu einer Preissteigerung von 45,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat führte. Die Kostenexplosion bei Rohstoffen, Energie und Logistik als Folge der Corona Pandemie ist jedoch nicht der einzige Grund für die Probleme der Druckindustrie - mindestens ebenso nachteilig wirkt sich der akute Papiermangel auf das Geschäft der Unternehmen aus.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/11/PD21_N065_51.html



Das bestätigen auch die Ergebnisse des “High Volume Printers Forum” vom 23.11.2021- dieReduzierung von Produktionskapazitäten und die Verschiebung der Produktion von grafischem Papier zur Herstellung von Verpackungsmaterial hat höhere Einkaufspreise zur Folge. Das sorgt für einen akuten Mangel an Altpapier, welches wiederum ein wichtiger Rohstoff für die Pappe- und Papierproduktion ist.

In den letzten zehn Jahren ist die Produktion von grafischem Papier um 32 Prozent zurückgegangen - Papierfabriken wurden geschlossen oder auf die Herstellung von Verpackungsmitteln umgerüstet. Wurden 2010 noch 6,62 Millionen Tonnen produziert, waren es 2019 noch 5,07 und 2020 sogar nur noch 4,49 Millionen Tonnen. Beim Zeitungspapier ist die Produktion um 42,6 Prozent, in der europäischen Union um 22,2 Prozent zurückgegangen.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/11/PD21_N065_51.html



Dieses Altpapier fehlt nun, denn der Rohstoff macht 80 Prozent der Papierproduktion aus. Als Folge stieg der Großhandelspreis für eine Tonne gemischtes Altpapier im August auf 170 Euro, was einer Steigerung von 222,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Einfuhrpreis für den Import von Altpapier stieg um 75 Prozent. Dabei hilft es auch nicht, dass in Deutschland 99,3 Prozent der Papierabfälle stofflich wiederverwertet werden - denn die 6,98 Millionen Tonnen Altpapier, welche im Jahr 2019 recycelt wurden, sind 13,7 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/11/PD21_N065_51.html



Im Gegensatz dazu stieg die Wellpappenproduktion von 1,61 Millionen Tonnen im Jahr 2010 auf 4,36 Millionen Tonnen im Jahr 2020 - das entspricht einer Steigerung von 170,3 Prozent. In den ersten zwei Quartalen 2021 verbuchte die Wellpappeindustrie ein starkes Umsatzplus von 7,6 bzw. 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - doch auch hier stehen Wachstum und Erlös in keinem Verhältnis zu den Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie.  

https://www.wellpappen-industrie.de/presse/bilddatenbank/grafik/download-520.html



Neben Zellstoff und Altpapier sind die Druckfarben unerlässlich für eine funktionierende Druckindustrie. Doch auch die Druckfarbenhersteller klagen über schwierige Lieferkettenbedingungen bei Rohstoffen, Verpackung und Fracht. So betrachtet Stefan Schülling, Mitglied des Vorstands der Epple Druckfarben AG, die Entwicklung mit Sorge: “Die gestiegenen Kosten für Rohstoffe u.a. Pigmente und pflanzenbasierte Öle, die Verknappung der vorgelagerten petrochemischen Lieferketten und die hohen Fracht- und Verpackungskosten destabilisieren die gesamte Wertschöpfungskette Druck.“

Diese Befürchtung teilt auch Sönke Boyens, Vorstandsvorsitzender des VDM Nord-West und Vizepräsident des Bundesverband Druck und Medien: „Die unzumutbare Situation an den Papiermärkten muss so schnell wie möglich beendet werden. Dies kann nur im partnerschaftlichen Dialog geschehen – diesen Dialog fordern wir ein und stehen dafür zur Verfügung.“

Denn wenn Papiereinkäufe ohne klare Preiszusagen und Liefertermine getätigt werden, sorgt das für Unsicherheit bei den Druckdienstleistern: „Ein planbare und wirtschaftliche Produktion ist so kaum möglich. Auch die Druckerei-Kunden werden genötigt, in Unwissenheit über den Preis und den Auslieferungstermin zu bestellen“, so Oliver Curdt, Geschäftsführender Vorstand des VDM Nord-West.

Auch der Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm) ist aufgrund der Situation bei Preisen und Lieferbedingungen für Papier in Sorge. Trotz eines gewissen Verständnisses für die Lieferpartner, warnt er eindringlich vor den Auswirkungen auf Druckereien und ihre Printprodukte: „Wenn Printprodukte nicht mehr verabredungsgemäß und verlässlich geliefert werden, verstärkt dies den Trend zur Online-Kommunikation. Das schadet den Herstellern von Druckprodukten wie den Lieferanten. Es geht um den berühmten selben Ast, auf dem beide sitzen.“

3.2 Trübe Aussichten? - Das Geschäftsklima in der Druckindustrie  

Auch wenn die Umstände nicht die besten sind - im Vergleich zum Vormonat hellte sich die Stimmung in der Druck- und Medienbranche im Dezember 2021 wieder etwas auf. War der saisonbereinigte Geschäftslageindex im November 2021 noch um 2,5 Prozent gesunken, stieg er im Dezember 2021 um 2,3 Prozent an. Mit 102,1 Punkten lag er sogar leicht über dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020. Primär bedingt durch das Weihnachtsgeschäft, stieg die Produktionstätigkeit der Unternehmen per Saldo an - 48 Prozent der Unternehmen arbeiteten sogar mit Überstunden, was einen Anstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet - auch die Kurzarbeit sank von 17 auf 13 Prozent. Besonders positiv bewerten die Werbedrucker mit 59 Prozent und die Verpackungs- und Etikettendrucker mit 55 Prozent die aktuelle Geschäftslage.

Die Entwicklung des Geschäftsklimaindex für die kommenden sechs Monate ist ein guter Indikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienbranche - hier stieg der 9 Index zwar um 2,3 Prozent, lag mit 101,8 Punkten 2,8 bzw. 1,1 Prozent aber unter dem Vojahres- bzw. Vorkrisenniveau. Der saisonbereinigte Saldo stieg auf 73 Prozent - ein Allzeithoch.Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2022 sind bei den Unternehmen verhalten - nur 8 Prozent rechnen mit einer günstigen, 23 Prozent mit einer schwächeren Entwicklung der Geschäfte.

Als Reaktion auf die anhaltenden Lieferschwierigkeiten, bei denen auch aus unternehmerischer Sicht keine Besserung eintreten wird, werden 73 Prozent der Hersteller ihre Verkaufspreise im ersten Quartal 2021 erhöhen, was einer Steigerung von 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Über allem schwebt auch bei den Unternehmen der Druck- und Medienbranche die Sorge vor gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen durch neue Coronavirus-Mutationen - in erster Linie durch die neue hochansteckende Omikron-Variante. Auch aus diesem Grund verlängern das Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium die Unterstützungen für Unternehmen, die stark von Umsatzeinbrüchen aufgrund der Pandemie betroffen sind.

Die Überbrückungshilfe III Plus wird im Wesentlichen als Überbrückungshilfe IV bis Ende März 2022 fortgeführt. Betroffene Unternehmen erhalten weiterhin die Erstattung der Fixkosten - besonders schwer und von Schließung betroffene Unternehmen erhalten zusätzlich einen Eigenkapitalzuschuss, der in der Überbrückungshilfe IV angepasst und verbessert wurde.

Die grundlegende Antragsvoraussetzung für den Erhalt der Überbrückungshilfe IV ist weiterhin ein Corona bedingter Umsatzrückgang von 30 Prozent im Vergleich zum Referenzzeitraum 2019. Der maximale Fördersatz liegt bei 90 Prozent, falls ein Umsatzrückgang von 70 Prozent verzeichnet wurde. Weitgehend unverändert bleiben auch die förderfähigen Kostenpositionen - Kosten für Miete, Pacht, Zinsaufwendungen für Kredite, Instandhaltungskosten und Versicherungsbeiträge können mit maximal 54,5 Millionen Euro pro Unternehmen und Unternehmensverbund gefördert werden. Monatlich sind unter Berücksichtigung aller beihilferechtliche Vorgaben maximal 10 Millionen Euro Förderung möglich.

Unternehmen, die pandemiebedingt besonders schwer von Schließungen betroffen sind, erhalten einen zusätzlichen modifizierten und verbesserten Eigenkapitalzuschuss zur Substanzstärkung. Bei einem durch Corona bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent im Dezember 2021 und Januar 2022, können sie in der Überbrückungshilfe IV einen Zuschlag von bis zu 30 Prozent auf die Fixkostenerstattung erhalten.

3.3 Die Zukunft mit Corona - Trends und Ausblicke für 2022


Der Anfang 2021 veröffentlichte Marktreport von cloudprinter.com, der weltweiten cloudbasierten Druckauftragsplattform, hat auf der Grundlage von 65.000 (Digital-)druckprodukten aus über 1,3 Millionen Druckaufträgen vier zentrale Schlussfolgerungen gezogen. Die Auswirkungen und Folgen der Corona Pandemie auf die weltweite Druckindustrie decken sich dabei mit den globalen E-Commerce-Statistiken:
 
  • die bestehenden Branchentrends werden beschleunigt - der E-Commerce wird kontinuierlich im B2B und B2C Bereich wachsen
  • die Nachfrage nach automatisierten und integrierten Workflow-Systemen steigt, die Amazonisierung des gesamten E-Commerce ist nicht aufzuhalten
  • da hochqualifiziertes Personal schwer zu finden ist, muss die Komplexität der Systeme hinsichtlich einer einfacheren Bedienung modifiziert werden
  • eine Rückkehr zu alten Geschäftsmodellen ist noch nicht absehbar - die Situation erfordert eine Transformation der Unternehmen um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden


https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/12/PD19_N013_p001.html



Die Intensivierung des Online-Handels durch Corona führt zu einer Neustrukturierung der Verpackungsproduktion und der Produktvermarktung - das Dynamic Packaging mit seinen automatisierten Workflows wird Teil der digitalen Strategie zur idealen Positionierung einer Marke und verändert auch die Funktion der Verpackung:
 
  • die Sekundärverpackung hat für 80 Prozent der Brand Owner nicht nur ein Schutzfunktion, sondern ist ein zentrales individualisiertes Marketing Tool, bei dem Eindruck und Haptik zählen
  • interaktive Technologien wie Augmented Reality und QR-Code-Verlinkungen werden integrativer und ein Bestandteil des Bestellprozesses
  • leicht zu öffnende Versandverpackungen sind essenziell für eine gelungene Unboxing Experience
  • um dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht zu werden, muss eine sichere Verpackung mit so wenig Material wie möglich auskommen
  • das firmeneigene Storytelling verbindet die Marke mit einer Haltung und sorgt für Interaktivität mit dem Kunden als Markenbotschafter


Ein weiter Aspekt des E-Commerce bei Verpackungsprodukten ist die immer kürzere Time-to-Market, was bedeutet, dass Marken Teams immer schneller neue Produkte und Verpackungen für die entsprechende Community kreieren. Hauptaugenmerk liegt dabei auch auf dem Social Media Bereich, für den Inhalte und Bilder sowie Audio und Video Beiträge erstellt werden. Für einen gelungen Auftritt der Produkte wird im Zuge dessen eine hochgradige Prozessautomatisierung und der Einsatz von 3D-Tools unerlässlich, um “Automated Packshots”, die viel flexibler als Produktfotos sind, auf den Webseiten zu featuren. Virtuelle Shops wiederum ermöglichen es Unternehmen das Kundeninteresse schnell und zuverlässig zu testen - “Brand Platforms” stellen sicher, dass auf allen Kanälen dieselben Informationen und Werte von Produkt und Marke kommuniziert werden.

Von Vorteil für die digitalen Druckereien, die den neuen Anforderungen von Sinnhaftigkeit und Einzigartigkeit die nötige Flexibilität bei der Produktion liefern, ist die Kategorisierung als “grüner” Verpackungsdruck im neuen Feld des Sustainable Packaging. Dank des Digitaldrucks kann schnell, kosteneffektiv und individuell für segmentierte Zielmärkte 11 produziert werden und durch die Möglichkeit hybride Systeme mit dem Flexodruck aufzusetzen werden die Vorteile beider Druckverfahren kombiniert.

Nachhaltige und ökologische Aspekte genießen mittlerweile höchste Priorität bei Markeninhabern, Retailern und auch bei den Verpackungsdruckern selbst. Die Nachhaltigkeit bei der Verpackung beeinflusst das Design, die Bedruckstoffauswahl, den Druckprozess und das Auswahl des Dienstleisters. In der Regel ist durch die nachhaltige und ökologische Ausrichtung vieler Produzenten auch das Storytelling rund um das Markenimage Teil einer möglichsten transparenten ökologischen Fertigung - mit dem Kunden als Adressaten.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind also auch für die Betriebe der Druck- und Medienindustrie die Themen der Zukunft. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die momentanen Versorgungsengpässe und Preisexplosionen bestehen bleiben werden und in welchem Umfang die Druckbetriebe von der Entwicklung betroffen sein werden.

 

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